Natura 2000-Gebiet „Blies“

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Kanubefahrung innerhalb der Brutzeit

Die Blies als einzigartiger und schützenswerter Landschaftsausschnitt bietet einer Vielzahl von seltenen und gefährdeten Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum. Durch Freizeitaktivitäten in der warmen Jahreshälfte sind jedoch insbesondere störungsempfindliche Arten, wie z. B. der an der Blies heimische Eisvogel zunehmend gefährdet.

Das bereits 2004 von der damaligen Landesregierung als schutzwürdig gemäß der FFH-Richtlinie an die EU gemeldete Natura 2000-Gebiet „Blies“ ist seit dem 22. Dezember 2017 ein rechtskräftig ausgewiesenes Landschaftsschutzgebiet.

Wo zuvor der unbestimmte Rechtsbegriff des „Verschlechterungsverbotes“ bei der Nutzung der Flächen beachtlich war, gilt ab diesem Zeitpunkt die Landschaftsschutzgebietsverordnung nun unmittelbar.

Die Blies steht der Allgemeinheit auch weiterhin als Erholungslandschaft zur Verfügung, zum Schutz des einzigartigen Artenreichtums von Flora und Fauna ist jedoch eine besondere Rücksichtnahme erforderlich. So führt die Verordnung in ihrem Schutzzweck 6 besonders geschützte Lebensraumtypen, 9 Arten des Anhangs II der FFH-Richtlinie, 16 Brut- Rast- oder Zugvogelarten des Anhang I der Vogelschutzrichtlinie und 9 gefährdete Zugvogelarten nach Art. 4 II der Vogelschutzrichtlinie auf.

Charakteristisch für die Blies ist jedoch das Vorkommen des Eisvogels als Brutvogel, welcher andernorts im Saarland lediglich noch an zwei weiteren Gewässern und dort auch nur mit einer geringeren Populationsgröße nachgewiesen ist. Der Eisvogel besiedelt Fließ- und Stillgewässer mit Abbruchkanten und Steilufern, wo er bevorzugt an vegetationsfreien Steilwänden aus Lehm oder Sand in selbst gegrabenen Brutröhren brütet.

Während der störungsempfindlichen Fortpflanzungs- und Aufzuchtzeiten sowie der Zug- und Rastzeiten sind alle Maßnahmen und Nutzungen, die zu einer erheblichen Störung oder sonstigen Beeinträchtigung der im Gebiet vorkommenden Arten führen könnten nicht zulässig.

Hierzu zählen neben dem Betreten außerhalb der Wege, Baden, Grillen oder laute Musik ebenso das Befahren der Blies mit Wasserfahrzeugen.
Speziell zum Schutz des Eisvogels, der im Rahmen der Roten Liste in Kategorie V (Vorwarnliste der Brutvögel des Saarlandes) eingestuft wird, muss eine Beruhigung der Blies, durch eine Reduzierung der dort stattfindende Aktivitäten erfolgen.
Daher ist in der Schutzgebietsverordnung eine einheitliche Befahrungssperre während der Kernzeit der Brutzeit vom 15. April bis 15. August auf der Blies zwischen Bexbach und der Landesgrenze vorgesehen.

Das vormals geltende, weitergefasste Befahrungsverbot in der Zeit vom 15. Februar bis 30. Juli innerhalb des Bliesabschnitts von Bexbach bis Bierbach wird durch die v.g. Vorschrift ersetzt und findet daher keine Anwendung mehr.

Eine Missachtung kann als Ordnungswidrigkeit mit einer Geldbuße von bis zu fünfundzwanzigtausend Euro geahndet werden.


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