Ein Gespür für den richtigen Augenblick
Die Galerie „Farbtupfer“ zeigt die Ausstellung „Sichtweisen“
 
muster
In der Galerie Farbtupfer:
Julia Günnewig, Daniel W.Bittner und
Jessica Vater (von links) mit einem Foto,
das ein Playmobil Brautpaar vor dem
Stengelpavillon in Ottweiler zeigt.
Fotoquelle: Lebenshilfe Neunkirchen
Christine Schäfer
Sie möchten besondere Momente in ihren Fotos einfangen: Daniel W .Bittner und Jessica Vater, auch als monsieur & madame bittner. photography bekannt, gewähren mit der Ausstellung „Sichtweisen“ in der Galerie „Farbtupfer“ einen Einblick in ihr künstlerisches Schaffen.
„Wir fotografieren gerne Hochzeiten und sind auch häufig im Neunkircher Zoo unterwegs“, erzählten die beiden anlässlich der Vernissage in der von der Lebenshilfewerk im Kreis Neunkirchen gGmbH getragenen Einrichtung, die Menschen mit geistiger Behinderung nicht nur als Ausstellungsraum für ihre Werke, sondern auch als Atelier dient. Einige der Bilder habe er mit dem Handy aufgenommen, um die Grenzen dieses Geräts zu testen, so Daniel W.Bittner am Rande der Vernissage.
„Monsieur & Madame Bittner haben ein großes Gespür für den richtigen Augenblick, was in der heutigen Zeit ganz wichtig ist“, unterstrich Sören Meng, der Landrat des Landkreises Neunkirchen, in seiner Begrüßungsrede. Mit ihren Fotos gelingt es laut Meng den beiden, Augenblicke einzufangen und so der Vergänglichkeit entgegen zu wirken. Die Handyfotos mit Playmobilfiguren in der Ottweiler Altstadt kämen dem Betrachter bekannt vor und zeigten gleichzeitig Gewohntes und Ungewohntes. Vielleicht weckten die Bilder beim Betrachter den Impuls, Ottweiler zu besuchen, so dass Bittners Arbeit als Werbung und Botschaft für die Heimat verstanden werden könnte. Ohne Daniel W. Bittner und seine Tierfotografien wäre der Neunkircher Zoo nach Ansicht des Landrats um ein großes Stück ärmer. Der Landrat würdigte in seiner Rede die Galerie „Farbtupfer“ als Anlaufstelle für Kunstschaffende und als einen Ort der Begegnung und der Inklusion. Meng zitierte in seiner Rede die US-amerikanische Fotografin Berenice Abbot „Lebendige Fotografie lässt Neues entstehen, sie zerstört niemals. Sie verkündet die Würde des Menschen. Lebendige Fotografie ist bereits positiv in ihren Anfängen, sie singt ein Loblied auf das Leben.“
Die Galerie „Farbtupfer“ biete traditionell auch externen Künstlern die Möglichkeit, ihre Werke der Öffentlichkeit zu präsentieren, unterstrich Julia Günnewig, die Leiterin der Einrichtung. Es sei das erste Mal, dass Fotografien ausgestellt würden. In diesem Zusammenhang wies Julia Günnewig bereits auf die nächste Fotoausstellung hin, die am 5. September 2019 anlässlich des zehnjährigen Bestehens der Galerie Farbtupfer eröffnet wird.

Mit italienischen Liedern begeisterten Giuseppe Notarrigo und Salvatore Calabrese die Besucher der Vernissage, zu denen auch Bernd Huf, der künftige Bürgermeister der Gemeinde Spiesen-Elversberg, sowie Thomas Latz, der Geschäftsführer der Lebenshilfe Neunkirchen, zählten. Die Gäste ließen sich gerne von der Lebensfreude der beiden Musiker anstecken, einige begannen spontan, zu tanzen.
Die Ausstellung „Sichtweisen“ ist noch bis 31. August 2019 in der Galerie Farbtupfer zu sehen. Montags bis ­freitags hat die Galerie von 9.30 bis 12.30 Uhr sowie von 17.00 bis 19.00 Uhr und samstags nach tel. Vereinbarung unter (06821) 7496777 geöffnet.