Gar nicht „Einfach nur, Marie!“
Großartige, emotionale Inszenierung in Neunkirchen
 
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Heut gehen wir ins Maxime, eine illustre Gesellschaft
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Elisabeth (Hannah Neumann) findet die böse zusammengeschlagene Paula (Michelle Ebert)
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Sie wollt eine Zirkusprinzessin sein, Paula (Michelle Ebert) muss sich ihr Geld im Freudenhaus verdienen (mit im Bild Vanessa Wichterich, Jannik Rosinus, Marc Schweig, Rainer Setz
und Bärbel Maria Ludwig, v.l.)
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„Eine Frau ist ein wunderbares Wesen“,
sangen die Soldaten
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„Dazu ein kühles Blondes...“,
mit Thorsten Sprengart, Marc Schweig und Benjamin Setz (v.l.)
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„Haben se ne kleene Spende?“,
mit Rainer Setz und Sophie Marie Bosinger
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Die Kinder zeigen beim Sonntagsspaziergang auf den Schutzmann (v.l. Leni Schönberg, Leelend Stürmer,
Alva Kist und Sophie Marie Bosinger)
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Auf geht’s zum fröhlichen Feiern
bei den Lehmbergers
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„Der Sonntag ist uns heilig,
da haben wir’s gar nicht eilig“,
ein tolles Stück für das Ensemble
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Der Krieg ist aus und alle freuen sich darüber,
die Soldaten sind heimgekehrt
Premieren hat die Bühne in der Neuen Gebläsehalle in Neunkirchen schon viele erlebt. Mit der Inszenierung von „Meine Herren und Damen: Marie!“, eine Produktion des Musical Projekts Neunkirchen und dem AWO Landesverband Saarland e.V. wurde nun eine absolute Weltpremiere gefeiert. Zum 100-jährigen Jubiläum der AWO wurde die Geschichte von Marie Juchacz, der Gründerin der AWO in Szene gesetzt.
„Emotional, packend und toll inszeniert!“, so könnte man die Produktion von „Meine Herren und Damen: Marie!“, kurz und knapp umschreiben. Doch dieses Musical ist noch viel mehr, denn hier wurde Geschichte von den „Machern“ in ein bezauberndes Musical verwandelt. Mit Holger Hauer (Buch und Liedtexte), Amby Schillo und Francesco Cottone (beide Musik), sowie Ellen Kärcher, die für die choreografische Leitung zuständig war, hatte sich ein großartiges Kreativteam zusammengesetzt, die Regisseur Matthias Stockinger in seinen Visionen perfekt unterstützten. Herausgekommen ist dabei ein Stück, das Publikum sowie die Akteure fesselte, abholte und mitnahm. So manche Träne der Rührung wurde vergossen, man fühlte mit Marie, Elisabeth und den Näherinnen. Man spürte die Armut der Arbeiter, sah das lustige Leben der „besseren Gesellschaft“ und hätte am liebsten mit Marie den Aufstand geprobt. Die rund 100 Mitwirkende des Musical Projekts Neunkirchen auf, vor und hinter der Bühne sind ein eingeschworenes Team und alle sind mit viel Freude und Engagement mit an Bord. Marie Juchacz, im Musical in der Doppelbesetzung von Nina Sepeur und Hannah Neunmann dargestellt, arbeitet wie so viele Frauen in einer Schneiderei gemeinsam mit ihrer Schwester Elisabeth (Hannah Neumann und Sibille Sandmayer). Beide sind von ihrer Mutter (Simone Georg) zu eigenständigen Frauen erzogen worden, was diese mitunter bedauert, lehnen sich doch die jungen Damen ständig gegen die Gesellschaft und Ungerechtigkeiten auf. Zu dieser Zeit absolut nicht selbstverständlich. In der Fabrik prangert Marie die Missstände an und wiegelt auch die anderen Frauen auf sich in der Politik für ihre Rechte stark zu machen. In der kargen Freizeit kümmert sie sich rührend um das kranke Kind der Nachbarn (Oskar/Leelend Stürmer; Lottchen/Alva und Myla Kist), das im Musical leider an seiner Lungenkrankheit verstirbt. Während die Arbeitergesellschaft oft am Hungertuch nagt, lebt die feine Gesellschaft in Saus und Braus. Die Lehmbergers, Besitzer der Fabrik (Herr Lehmberger/Marc Schweig; Frau Lehmberger/Solveig Brionder/Vanessa Wichterich) feiern mitunter rauschende Partys mit illustren Gästen und die Herren vergnügen sich in zwielichtigen Etablissements. Sonntags wird dann einig auf den Straßen und in den Parks flaniert und man gönnt sich auch einmal etwas Abwechslung in der Operette. Marie und Elisabeth wollen mehr Gerechtigkeit und Gleichstellung der Frauen im Beruf. So freuen Sie sich auch auf den angekündigten Besuch des Herrn Schubert (Andreas Klasen), der zum Thema Gleichberechtigung zu den Frauen sprechen soll. Allerdings entpuppt er sich als das krasse Gegenteil, er möchte die Frauen dazu anhalten sich doch hübsch für den Gatten zu machen und zu Hause für Essen und Ordnung zu sorgen. Dies bringt die Frauen noch mehr dazu sich für ihre Rechte einzusetzen. Auf dem Nachhauseweg von der Versammlung findet Elisabeth die böse zugerichtete Paula (Michelle Ebert), die von Karl (Tobias Sascha Schmitt), dem Gatten Elisabeths zusammengeschlagen wurde. Elisabeth trennt sich von Karl. Marie sucht das Gespräch mit Frau Lehmberger, die sich auf keine Veränderungen einlassen will. Letztendlich brodelt es im Volk immer mehr, es kommt zu Aufständen. Marie kündigt an einen Verein gründen zu wollen, der sich unter anderem für die soziale Gerechtigkeit einsetzt und sich um die Bildung kümmert. Da erhält sie die Nachricht, dass die gemeinsam mit 36 anderen Frauen in die Deutsche Nationalversammlung gewählt wurde und als allererste Frau überhaupt in einem deutschen Parlament eine Rede halten darf. Marie schließt ihre Rede mit der Ankündigung die Arbeiterwohlfahrt gründen zu wollen. Danach findet sie sich auf der Straße wieder und sieht ihre Schwester Elisabeth. Voller Euphorie erklärt sie ihr, wie sie sich die Zukunft vorstellt. Rundum kommen modern gekleidete Menschen hervor und Elisabeth klärt Marie darüber auf, dass sie die Arbeiterwohlfahrt längst gegründet hat, nämlich vor 100 Jahren im Jahr 1919 und dass sich seither viel für die Menschen getan hat, es aber noch ein weiter Weg ist, die Welt noch besser und gleichberechtigter zu machen.
Sie haben das großartige Musical, das die Geschichte der Marie Juchacz in einer modernen Darbietung wunderbar und anrührend in Szene setzte, verpasst? Dann freuen Sie sich auf 2020, wenn es wieder heißt: „Meine Herren und Damen, Marie!“ Nähere Informationen über das Musicalprojekt Neunkirchen erhalten Sie im Internet unter musicalprojekt-neunkirchen.de .
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