Er hat Spuren hinterlassen!
Jürgen Fried, der Versuch einer Bilanz
 
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Jürgen Fried,
ein Macher der fast zwei Jahrzehnte die Stadt prägte
Fotoquelle:Alex Wolfanger
Vor rund 10 Jahren schrieb der sehr geschätzte Kollege Manfred Krause zum Amtsantritt von Jürgen Fried als Oberbürgermeister: „Jürgen Fried tritt in große Fußstapfen. Denn Fritz ­Decker kann als herausragender OB eingestuft werden.“ Nun sind eine ­Dekade und die Amtszeit vergangen und man kann mit Fug und Recht behaupten, dass Fried seine eigenen Spuren hinterlassen wird.
Wir trafen uns mit dem scheidenden OB um mit ihm über die insgesamt 19 Jahre (9 Jahre Bürgermeister und 10 Jahre als Oberbürgermeister) an der Spitze der Verwaltung stehend eine Bilanz zu ziehen. Dahin gehend bezog sich auch unsere erste Frage:

Wie fällt ihre persönliche Bilanz aus?
Dazu Jürgen Fried: „In der hauptamtlichen Verwaltungstätigkeit hat man schon viele Möglichkeiten zur Gestaltung einer Stadt in den unterschiedlichsten Bereichen. Ob sozialer Bereich, sportlich, kultureller oder wirtschaftlicher Bereich. Natürlich auch der Arbeitsmarktbereich oder die Stadtentwicklung, der städtebauliche Bereich.“ Gerade hier hat sich in den letzten 10 Jahren viel getan, um dies einmal dazwischen zu setzten. Vom Baugebiet Altseiterstal über den Neubau der Kita Talstraße und den Neubau der Grundschule Stadtpark bis hin zu den Bliesterrassen, um nur einige Beispiele zu nennen. Die Liste umfasst eine ganze DIN A4 Seite.

Weiter führte Jürgen Fried folgendes aus: „Die Zeit hier im Rathaus war wohl für mich die beruflich prägendste. Mir war es wichtig, dass man als Oberbürgermeister keine Populistischen Dinge macht, die gar nicht so wichtig für die Stadt sind, oder irgendwas lässt das wichtig wäre. Eine Stadt muss sich ständig weiter entwickeln, Stillstand bedeutet hier Rückschritt. Unsere Ausgangsbasis in Neunkirchen ist immer noch der Wandel von der Montanstadt hin zur Industrie- und Handelsstadt. Eine nachhaltige und langfristige Stadtentwicklung war und ist gerade in der heutigen Zeit, mit all ihren Herausforderungen, wie auch dem demografischen Wandel, eine dauerhafte Aufgabe. Dies hat viel mehr mit Management zu tun als mit Repräsentation, will heißen, dass viel in langen Gesprächen mit Fachleuten erörtert und entschieden wird.“ Eine weitere Frage in diesem Zusammenhang und die weitere Entwicklung von Neunkirchen beziehen sich auf den Wandel des Images der Kreisstadt.

Herr Fried, sie prägten den Begriff „Kultur durch Wandel – Wandel durch Kultur“, wie sehen sie das?
Hierzu Jürgen Fried: „Wenn man einen kompletten Wandel auf den Weg bringen will, geht das meiner Meinung nach nur über Kultur. Sport ist wichtig, übrigens geben wir in Neunkirchen wesentlich mehr Geld für den Sport aus als für die Kultur, aber man kann nur eine Identitäts- und Imagefindung und Verbesserung für eine Stadt wie unsere, nur über den Bereich der Kultur entwickeln, davon bin ich fest überzeugt! Daher war es mir immer sehr wichtig, eine Stadtentwicklung auch über Kultur zu erreichen. Und dies in den verschiedensten Arten. Wie zwei neue Kulturzentren, das Kult und die Gebläsehalle (übrigens die am best ausgelastete Halle der Region, Anmerkung Redakteur), dazu noch die „Stummsche Reithalle“ und das Kreativ Zentrum Kutscherhaus. Wir decken somit die Breitenkultur wie auch die, die auf Bühnen stattfindet ab. Wir konnten auf dem Feld Städtebau einiges auf den Weg bringen, Obere und Untere Bahnhofstraße, Stummplatz und die Bliespromenade mit der Erlebbarkeit des Flusses.“ Als letzte Frage interessierte uns dann noch die Zukunft des baldigen Ex Oberbürgermeisters.

Wie sieht denn nun die persönliche Zukunft von Jürgen Fried aus?
„Ich bin ja Vorsitzender der „Günter Rohrbach Filmpreis“ Stiftung, die ist für den Preis zuständig, wobei die Stadt Neunkirchen Partner ist. Der Filmpreis wird weiter mein Thema bleiben und das Ein oder Andere wird sich noch ergeben, auch beim Thema Musical werde ich mich noch verstärkt einbringen. Ich habe auf jeden Fall nicht vor, nichts mehr zu machen!“
Davon gehen auch wir nicht aus, denn Jürgen Fried wird sich weiter für seine Stadt engagieren und an vielen Stellen einbringen, was jetzt schon sicher ist.
Zum Abschluss sei mir noch ein persönliches Wort gestattet. Ich für meinen Teil kann mich nur für die gute, jederzeit faire Zusammenarbeit und viele gute Gespräche, auch abseits von offiziellen Themen und Statements bedanken.
rs