Drei Tage und zwei Nächte im Wald
Eine etwas andere Klassenfahrt der 7c der Mühlbachschule
 
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Zwei Laubhütten wurden im Wald gebaut
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Hier wurde erklärte, welchen Wald- und Wiesensalat man sehr
schmackhaft zubereiten und essen kann
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Das Besteck wurde aus Lindenholz geschnitzt
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Feuer machen, mit einfachen Mitteln
Für die 7c der Gemeinschaftsschule Mühlbachschule in Schiffweiler startete ein ganz besonderes Abenteuer. Die Klasse verbrachte drei Tage und zwei Nächte im Outdoor Survival Camp –natürlich, wild sein, wald sein, frei sein- im Wald von Marpingen.
Begleitet von ihrer Klassenlehrerin Ilona Rickel und den zwei Waldpädagogen Andreas Ruthig und Jürgen Becker startete das Erlebnis Montagsmorgens auf dem Schulhof. Die Anreise in das Camp erfolgte nämlich zu Fuß und querfeldein in Richtung Urexweiler. Das Gepäck wurde von H. Ruthig mit Jeep und Anhänger transportiert.
Nach 11 km erreichte die Klasse das Camp und war voller Spannung und Neugierde ihr „Zuhause“ für die nächsten drei Tage kennenzulernen. Natürlich ohne Strom, fließendes Wasser und festem Dach über dem Kopf. Auch moderne Entertainmentprodukte fehlten natürlich. Dafür erlebten wir die Natur pur. Schlafen auf dem Waldboden, nur mit Isomatte und Schlafsack mit unverbautem Blick durch die Fichten in die Sterne. Wer es ein wenig komfortabler wollte, zog in die „Waldvilla“ oder in das Baumhaus ein. Nachdem jeder einen Schlafplatz gefunden hatte und das Camp mit Waschplatz, Feuerstelle, Kochstelle und Toiletten besichtigt hatte, begann das „Survival“-Programm. Überleben im Wald bedeutet, dass man zumindest einen Schlafplatz, Feuer und Wasser braucht. So lernten die Schüler/innen der 7c wie man einen geeigneten Platz für eine Laubhütte findet und wie man eine solche dann auch baut. Kaum zwei Stunden später standen zwei Laubhütten im Wald, die mit vereinten Kräften gebaut wurden. Feuer wurde nicht einfach mit Streichholz und Anzünder gemacht, sondern mit allen möglichen Hilfsmitteln aus der Natur. Wir lernten, dass das Innere von Rohrkolben, die Wurzel der Kiefer oder Baumharz der Fichte super Anzünder sind. Verkohlte Baumwolle kann mit dem Funkenschlag eines Feuersteins mit einem Feuerstahl entzündet werden, wenn sie anschließend in ein Stück Birkenrinde gebracht wird und man ordentlich pustet, ist die Chance ein Feuer zu haben, sehr groß. Besteck schnitzen wir aus Lindenholz und Körbe wurden aus Pettigrohr geflochten. Eine nahegelegene Wasserstelle im Tal wurde aufgesucht, um zu lernen wie man gefundenes Wasser trinkbar macht. Am zweiten Abend besuchte uns der Wildkräuterexperte Michael Madenach. Er erklärte, welchen Wald- und Wiesensalat man sehr schmackhaft zubereiten und essen kann. Von verschiedenen Baumblättern über Zutaten von der Wiese war vieles Bekanntes (z.B. Löwenzahn), aber auch vieles Neues wie Wegericharten, Knöterich, Ampfer und Wiesenkerbel dabei. Auch die heilende Wirkung der Kamille, Brennnessel und des Spitzwegerichs wurde angesprochen.
Ein besonderes Highlight war die Nachtwanderung am zweiten Abend. Ohne künstliches Licht im dunklen Wald zu sein, war für manche eine Herausforderung, aber auch eine ganz besondere Erfahrung. Nachdem sich die Augen an die Dunkelheit gewöhnt hatten, ging es leise durch den Wald. „Der Wald gehört den Tieren“ war die Ansage und diese wollten wir respektieren. Wir hörten Geräusche, die man tagsüber nicht wahrnahm, wir waren beeindruckt von der Ruhe.
Die Abschlussrunde am letzten Mittag war überwältigend. Alle Schüler/innen waren begeistert, niemand vermisste Smartphone oder Fernseher, alle stellten fest, dass die Klasse im Wald extrem gut zusammengehalten hat. „Jeder war für jeden da“, „wir haben Rücksicht aufeinander genommen und irgendwie gar nicht gestritten“ und genau das wollen wir mit zurück in den Alltag nehmen. Und wir wollen öfter in den Wald, um Kraft zu tanken und die Ruhe zu genießen.
Die 7c möchte sich noch einmal herzlich bei Familie Ruthig und Jürgen Becker bedanken, die uns dieses einmalige Abenteuer ermöglicht haben.
Wer jetzt selbst Lust auf Wald bekommen hat, der kann sich gerne auf www.nwwf.camp informieren und vielleicht demnächst auch natürlich, wild sein, wald sein, frei sein.
Ilona Rickel