Ein Neunkircher, der viel zu sagen hatte
Soiree für Gerd Meiser im Neunkircher KULT
 
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Oberbürgermeister Jörg Aumann (links) und
Oberbürgermeister a.D. Friedrich Decker sprachen
über ihre Bekanntschaft zu Gerd Meiser
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Die Veranstaltung in der Stadtbibliothek
im KULT war gut besucht
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Der bekannte Neunkircher Autor  André Noltus
gehörte mit seiner Ehefrau auch zu den Gästen
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Der Journalist Wolfgang Kerkoff
moderierte den Abend
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Oberbürgermeister Aumann gab sein
positives Statement zu Gerd Meiser
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Friedrich Decker wurde zu seinem Freund Gerd Meiser interviewt
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Der Journalist Stephan Friedrich
las aus ­historischen Romanen von Gerd Meiser
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Gerd Meisers Tochter Kathrin
las ein Plädoyer gegen den Krieg
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Annelie Scherschel-Freudenberg
las einen journalistischen Text von Gerd Meiser
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Markus Müller beschloss mit Lyrik den Abend
Ende November 2019 wurde in der Stadtbibliothek im KULT Neunkirchen eine Soiree für den bekannten Neunkircher Journalisten und Buchautor Gerd Meiser veranstaltet. In Lesungen Statements und Anmerkungen gedachten Freunde und Weggefährten des im Juli 2019 verstorbenen Neunkirchers, der am Tag der Soiree 80 Jahre alt geworden wäre.
Etwas zu sagen haben – Auf diese Weise lässt sich der bekannte Neunkircher Gerd Meiser ganz sicher charakterisieren. 1939 in Neunkirchen geboren stand für den Journalisten und Buchautor die Äußerung zu kommunalpolitischen Themen im Hinblick auf das Leben in der Stadt Neunkirchen im Vordergrund. Die Diskussion mit den Neunkircher Oberbürgermeistern über Probleme der Stadt stand für den politisch neutralen Gerd Meiser als langjähriger Leiter der SZ-Lokalredaktion auf der Tagesordnung. Diese Einmischung war Meiser gerade in der Zeit des Strukturwandels besonders wichtig. Denn nach Ende der Neunkircher Hütte war es Gerd Meiser ein wichtiges Anliegen, dass sich das Leben in der Stadt Neunkirchen in eine positive Richtung entwickelt. Neben seiner journalistischen Arbeit war Gerd Meiser auch als Buchautor tätig. In seinen Büchern beschäftigte sich Meiser unter anderem mit historischen Themen wie Napoleon Bonaparte. Ein weiteres literarisches Thema des Neunkirchers war seine persönliche Haltung gegen den Krieg. Nun ist Gerd Meiser im Sommer 2019 verstorben. Um an Gerd Meiser zu erinnern hatten Freunde und Weggefährten die Idee, Ende November 2019 anlässlich seines 80. Geburtstags eine Soiree für Gerd Meiser in der Neunkircher Stadtbibliothek auszurichten und in Lesungen, Statements und Anmerkungen an Gerd Meiser zu erinnern. Organisiert wurde die Soiree vom Journalisten Wolfgang Kerkhoff, einem Freund und Kollegen Meisers, der lange mit Gerd Meiser zusammenarbeitete und ihn bei seinen literarischen Projekten unterstützte. Wolfgang Kerkhoff moderierte auch die gut besuchte Veranstaltung. Das fast zweistündige Programm des Abends sollte darin bestehen, durch Lesungen und Statements den Zuhörern das journalistisch-literarische Tätigkeitsfeld Gerd Meisers vorzustellen und damit das Schaffen und Wirken Meisers noch einmal in Erinnerung zu rufen. Zu Beginn ging das Wort an den Oberbürgermeister Jörg Aumann (SPD). Er beschrieb Gerd Meiser als guten Ratgeber, dem das Leben in der Stadt Neunkirchen wirklich am Herzen lag.
Aumann habe Gerd Meiser als einen Menschen kennengelernt, der stets im Sinne seiner Stadt die Diskussion suchte, sich einmischte und seine Meinung kundtat.
Diese Einmischung Meisers sieht Aumann als absolut beispielhaft, denn es müsse heutzutage mehr solcher Menschen geben, die sich im Sinne der Gemeinschaft äußern und Stellung beziehen. Der erste Themenblock des Abends sollte sich mit Gerd Meiser und der Zeit des Neunkircher Strukturwandels beschäftigen. Hierzu lasen Wolfgang Kerkhoff, Annelie Scherschel-Freudenberg von Neunkircher Verkehrsverein und der Leiter der Neunkircher Kulturgesellschaft Markus Müller verschiedene von Gerd Meiser verfasste Texte. Diese setzten sich auf humorvolle und oft ironische Weise mit dem Ende dem Vereinsleben in Neunkirchen zur Zeit des Strukturwandels, dem Kolpinghaus, dem Haus Schlosspark und den Anfängen des ehemaligen Neunkircher Oberbürgermeisters Peter Neuber auseinander. Im Anschluss daran wurde Friedrich Decker (SPD), ebenfalls früherer Neunkircher Oberbürgermeister, zu Gerd Meiser interviewt, Decker erzählte, von Gerd Meiser als Menschen, mit dem er freundschaftlich verbunden war, der Beteiligung Meisers an der Gründung der Neunkircher Städtepartnerschaft mit Lübben Mitte der 80er Jahre.
Bei dem ersten Besuch in Lübben in der ehemaligen DDR gehörte Gerd Meiser zur Neunkircher Delegation. Friedrich Decker erzählte hier von einer politisch nicht einfachen Reise zusammen mit Gerd Meiser. Zum Abschluss des ersten Themenblocks wurde von Wolfgang Kerkhoff ein Text zum Besuch Erich Honeckers am 10. September 1987 in Neunkirchen gelesen. Bei diesem Besuch hatte Gerd Meiser die komplette journalistische Koordination in Neunkirchen inne. Denn der Besuch Honeckers in seiner Heimatstadt Neunkirchen stieß auf ein breites journalistisches Medieninteresse. Nach einer kurzen Pause ging es im zweiten Themenblock des Abends um die literarischen Arbeiten von Gerd Meiser. Zu Beginn las der Journalist und Napoleon-Experte Stephan Friedrich aus historischen Romanen Meisers zum Thema Napoleon. Hierbei war von der Antikriegshaltung Meisers schon einiges zu erkennen. Im Anschluss daran las die Tochter von Gerd Meiser, Kathrin Jacob, aus Meisers Buch „Das Geheimnis des Kapuzenmanns“, dem ersten literarischen Werk ihres Vaters. Zu hören war, eine Rede und ein Plädoyer gegen den Krieg. Die Meinung von Gerd Meiser ist also auch in seinen Büchern und Romanen zu finden. Zum Abschluss des Abends ging das Wort noch einmal an den Leiter der Neunkircher Kulturgesellschaft Markus Müller über, der mit einer weiteren Lesung den letzten Themenbereich abgedeckte, nämlich die Lyrik. Denn auch in diesem Bereich hinterließ Meiser seine Spuren. Mit ansprechenden und humorvollen Versen wurden die Besucher der Soiree noch einmal zum Schmunzeln gebracht. Nach viel Applaus für die Vorleser und die Organisatoren des Abends ließ man den Abend bei einem gemeinsamen Umtrunk ausklingen. Die abschließende Meinung ist einheitlich. Gerd Meiser wird durch seine journalistisch-literarische Arbeit und seine besondere Art, sich für die Stadt Neunkirchen und das Leben in der Stadt einzusetzen noch lange in Erinnerung bleiben, denn Gerd Meiser hatte einfach viel zu sagen.
Weitere Informationen zu Gerd Meister finden Sie unter www.literaturland-saar.de/personen/gerd-meiser.
fs