Informatives Frauenfrühstück
Am internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen
 
Häusliche Gewalt ist ein schwieriges Thema. Darüber spricht Frau nicht! Das wissen Heike Neurohr-Kleer und Annette Pirrong, Frauenbeauftragte des Landkreises und der Kreisstadt Neunkirchen, nur zu gut. Weshalb sie zusammen mit der Leiterin des Frauenhauses Tatjana Schommer zu einem ganz besonderen Frauenfrühstück einluden - am internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen.
„Es ist wichtig, dass nicht nur Betroffene, sondern auch Freundinnen, Kolleginnen, Nachbarinnen und Verwandte über das Thema informiert sind“, erklärte Heike Neurohr-Kleer bei der Begrüßung im Quartierstreff Brückenstraße.

„Der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen besitzt leider auch in Deutschland seine Berechtigung. Allein 2018 wurden 122 Frauen in Deutschland von ihren (Ex-) Partnern getötet, 114.393 Frauen brachten Partnerschaftsgewalt zur Anzeige. Und das ist nur die Spitze des Eisberges“, betonte Annette Pirrong. Gastreferentinnen der Zentralstelle für Kriminalitäts- und Opferschutz und der Polizeiinspektion Neunkirchen klärten auf, was passiert, wenn betroffene Frauen per Notruf um Hilfe bitten. Gut und wichtig zu wissen: Grundsätzlich wird die Person, von der die Gewalt ausgeht, der Wohnung verwiesen. Das stellt sicher, dass die betroffene Frau sowie die meistens anwesenden Kinder in ihrem gewohnten Umfeld zur Ruhe kommen können. Sie erklärten auch, wie schwierig die Trennungsphase für viele Frauen ist, bedingt durch emotionale und finanzielle Abhängigkeiten. „Dies führt leider häufig auch zum Verbleib in der von Gewalt geprägten Beziehung.“ Es war die vierte Veranstaltung im Rahmen des Themenmonats des Frauennetzwerks Neunkirchen.

Als Abschluss wurde der Erklärfilm des FrauenNotruf Saarland gezeigt, eine Beratungsstelle für Betroffene und Menschen aus dem Umfeld von Betroffenen (www.frauennotruf-saarland.de).
Bundesweit startete die Bundesfrauenministerin Dr. Franziska Giffey die Initiative STÄRKERALSGEWALT. Weitere interessante Informationen zum Thema und Beratungsangeboten sind zu finden im Internet unter www.stärker-als-gewalt.de.