Als der Tod vom Himmel fiel
Neunkirchen-Heinitz begeht ein trauriges Jubiläum
 
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So sah es in Heinitz nach dem Absturz aus
Fotoquelle: Frank Lorschiedter
Vor genau 40 Jahren geschah in dem Neunkircher Stadtteil Heinitz genau das, was man sich nie wünschen würde. An einem Nachmittag im Mai fiel quasi der Tod vom Himmel. Ein zweisitziges Kampfflugzeug der belgischen Luftwaffe vom Typ „Starfighter“ stürzte in die Friedrichsthaler Straße in das Betriebsgelände der Maschinenfabrik Ecker und dabei fanden drei Mitarbeiterinnen im Alter von 22 bis 26 Jahren den Tod.
Die Geschichte des Absturzes und ein Fragment des Jet, sowie der Helm eines Piloten sind in der Heinitzer Heimatstube bis heute zu sehen. Ich traf mich mit dem Ortsvorsteher Frank Lorschiedter, der als Junge Augenzeuge der Katastrophe war.
„Ich“, so erzählt er, „war beim Spielen nicht weit entfernt als es fürchterlich krachte. Mindestens 10m hohe Flammen schlugen aus dem Verwaltungsgebäude und über Heinitz stand eine weithin sichtbare Rauchsäule!“ Weiter berichtete der heutige Ortvorsteher, dass Augenzeugen sahen, dass das Flugzeug aus Landsweiler kommend, einen Feuerschweif hinter sich herzog. Weiter erzählte Lorschiedter, dass das Betriebsgelände aussah wie nach einem Bombenangriff, die Werkshalle wurde schwer beschädigt und der gesamte Fuhrpark der Firma Ecker zerstört. Experten, die die Absturzstelle untersuchten fanden heraus, dass die Hitze über 2000 Grad Celsius betragen haben musste, dadurch schmolzen sogar die Glasbausteine des Gebäudes. Eingegraben ins Gedächtnis des damaligen jungen Mannes hat sich ein Bild von Dutzenden Fahrzeugen vom Katastrophenschutz, Krankenwagen, Polizei, Feuerwehr und Bundeswehreinheiten, die zum Absturzort kamen. Großes Glück im Unglück hatten nicht nur die beiden belgischen Piloten, die auf einem Übungsflug nach Spanien waren, sie kamen mit Prellungen davon. Das größte Glück hatten wohl die 40 Personen der Belegschaft die schon um 14.30 Uhr Feierabend hatten und sich auf dem Heimweg befanden. Man stelle sich besser nicht vor, was ansonsten passiert wäre, es war eh schon schlimm genug! Großes Glück hatten auch viele Anwohner, denn nur 200m von der Absturzstelle entfernt befand sich damals ein Gasometer, der zur Unglückszeit mit 50.000 Kubikmetern Gas gefüllt war!
Näheres und ausführliches zu diesem traurigen Jubiläum findet man in der Heimatstube Heinitz. Am besten hierzu einen Termin mit dem Ortsvorsteher des Neunkircher Stadtteils vereinbaren, denn Frank Lorschiedter kann noch manches Detail hierzu berichten.
rs