Covid-19 Versorgungszentrum
Aufbau in Ottweiler ist abgeschlossen
 
muster
Von Pflegebetten, über Sichtschutzwänden, Nachttische bis hin zur Verlegung von Stromkabeln und hygienegerechter Auskleidung der Sporthallen musste an vieles gedacht werden
muster
Die aufwendigen Arbeiten wurden von Helferinnen und Helfern des THW der Ortsverbände Illingen, Neunkirchen, Spiesen-Elversberg
und Heusweiler ausgeführt
muster
Ehrenamtliche aus Feuerwehr, THW, DRK, Notfallseelsorge sowie Verbindungsoffiziere der Bundeswehr haben in fünf Wochen das Versorgungszentrum geplant und aufgebaut
Die erste Phase des Aufbaus eines Covid-19 Versorgungszentrums in Ottweiler konnte Ende April abgeschlossen werden. Die Planungshoheit oblag dem Landkreis Neunkirchen in Zusammenarbeit mit dem Diakonie Klinikum Neunkirchen. In enger Abstimmung hatten die Kreisverwaltung und das Krankenhaus als medizinischer Träger ein Konzept erstellt. Der Kreis war zuständig für die Schaffung der infrastrukturellen Voraussetzungen und erhielt hier Unterstützung von Einheiten des Katastrophenschutzes.

Rund 80 Ehrenamtliche aus Feuerwehr, THW, DRK, Notfallseelsorge sowie Verbindungsoffiziere der Bundeswehr haben in fünf Wochen das Versorgungszentrum geplant und aufgebaut. Während das THW mit großem technischen Knowhow die Arbeiten vor Ort erledigten, haben die übrigen Hilfskräfte im operativ-taktischen Stab die Planung und Beschaffung des benötigten Materials übernommen. Von Pflegebetten, über Sichtschutzwänden, Nachttische bis hin zur Verlegung von Stromkabeln und hygienegerechter Auskleidung der Sporthallen musste an vieles gedacht werden.
„Wir haben in unserem kreiseigenen Sportzentrum ein Notkrankenhaus etabliert. Dies erforderte hohe Standards im hygienischen sowie medizinischen Bereich. Ich bin froh, dass wir mit dem Diakonie Klinikum Neunkirchen einen kompetenten medizinischen Betreiber gefunden hatten“, so Landrat Sören Meng. Die Vorgaben des Klinikums waren hoch, jedoch notwendig, um im Ernstfall die medizinische Versorgung sicherstellen zu können. „Es war uns wichtig, auch in den Rahmenbedingungen einer Sporthalle eine sichere und unter natürlich schwierigen Umständen medizinisch adäquate Patientenversorgung zu planen. So war uns z. B. wichtig, die Halle für die zu erwartend überwiegend geriatrischen Patienten mit regulären Pflegebetten auszustatten, um ein Wundliegen zu verhindern und auch die Atemfunktion durch eine halbsitzende Lagerung zu unterstützen. Weiterhin haben wir auch Sitzmöglichkeiten vorgesehen, um mobileren Patienten auch etwas mehr Selbständigkeit und Normalität zu ermöglichen, andererseits aber auch adäquate Möglichkeiten einer Notfallversorgung. Um die geplanten max. 120 Personen auch mit geringer Personaldecke sicher überwachen zu können, haben wir uns bewusst gegen den fixen Aufbau von Einzelkabinen entschieden und setzen statt dessen auf flexible mobile Trennwände zur Wahrung der Privatsphäre unserer Patienten“ führt Leo Schwarzkopf, Geschäftsführer des Diakonie Klinikums Neunkirchen gGmbH aus.
„Das Versorgungszentrum in Ottweiler stellt eine präventive Maßnahme zur Sicherstellung der medizinischen Versorgung dar. Sollten die Krankenhauskapazitäten im Laufe der Pandemie erschöpft sein, können wir mit dem Versorgungszentrum eine weitere medizinische Betreuung garantieren“, so Bernd Schnabel vom Sozialministerium. „Sollte diese Notwendigkeit eintreten, könnten wir binnen fünf Wochen mit dem Versorgungszentrum in Betrieb gehen“, ergänzt Landrat Meng. Diese Zeit sei trotz den geschaffenen Basisarbeiten notwendig, um in einer zweiten Phase weitere medizinisch notwendige Voraussetzungen zu schaffen. „Insbesondere die Einrichtung einer medizinischen Sauerstoffversorgung beansprucht Zeit. Die Pläne für diese zweite Phase hat unser Team vom taktisch-operativen Stab gemeinsam mit dem Diakonie Klinikum erarbeitet, entsprechende Angebote wurden eingeholt. Sie liegen bereit, wir hoffen jedoch alle, dass wir sie nicht brauchen. Derzeit ist hiervon auch nicht auszugehen“, führt Sören Meng aus.
Von der Abfallentsorgung im laufenden Betrieb, über die Lagerung von Arzneimitteln, bis hin zu Brandschutzmaßnahmen- das Konzept berücksichtigt alle Notwendigkeiten. „Insbesondere die Installation einer Brandmeldeanlage sowie die Vorarbeiten für eine Sauerstoffversorgung waren eine Herausforderung“, erläutert Kreisbrandinspekteur Michael Sieslack, der den operativ-taktischen Stab leitete.
Die Kapazität des Versorgungszentrums Ottweiler liegt bei 120 Betten und kann im Bedarfsfall um 30 Bettkapazitäten erweitert werden“, so Alexander Koch, der die organisatorische Leitung innehatte. „Der Landkreis hat 120 Betten inklusive Matratzen und Bettlaken angeschafft und erhielt weitere Pflegebetten als Spende von Bürgerinnen und Bürgern. An dieser Stelle möchten wir uns bei den Spendengebern bedanken“, erläutert Landrat Sören Meng. Daneben wurden die sanitären Anlagen um Dusch- sowie WC-Anlagen in Containerform ergänzt. Um die Containerlösung barrierefrei an das Sportzentrum zu integrieren, waren zuvor Aushubarbeiten erforderlich. Ebenso waren viele Kleinarbeiten im Bereich der Wegeführung erforderlich, um das Zentrum in einen „schwarz-weiß“ Bereich zu trennen. Hier konnte der Landkreis auf die Expertise seiner Baufachleute setzen. Auch mussten Stromleitungen verlegt werden und Vorbereitungsarbeiten für eine mögliche Sauerstoffversorgung der Patienten getroffen werden. Ebenso wurden die beiden Sporthallen komplett mit Folie ausgekleidet, um die Hygienestandards während des Versorgungsbetriebes aber auch für die Zeit danach sicherzustellen. Da der Boden der Sporthalle erst kürzlich neu installiert wurde, wurde ein Schutzboden verlegt. 120 Betten mussten transportiert sowie aufgebaut werden. Sichtschutzwände mussten gebaut und installiert werden. „Diese aufwendigen Arbeiten wurden von rund 70 Helferinnen und Helfern des THW der Ortsverbände Illingen, Neunkirchen, Spiesen-Elversberg und Heusweiler ausgeführt. Unsere Hilfsorganisationen waren täglich im Einsatz und haben Beachtliches geleistet. Hier möchte ich meinen besonderen Dank aussprechen, ohne diese Unterstützung, wäre dies nicht möglich gewesen. Mein Dank gilt an dieser Stelle auch den saarländischen Unternehmen, die uns hier mit Materialspenden unterstützt haben“ so Landrat Meng.

Die Einrichtung des Versorgungszentrums in der Phase 1 hat rund 218.000 Euro gekostet. In Phase 2 kämen weitere Kosten in Höhe von rund 480.000 Euro hinzu. Hier liegt eine Kostenzusage des Landes vor.

„Bleiben wir weiterhin vernünftig, halten Abstand und beherzigen die Hygienemaßnahmen, dann brauchen wir das eingerichtete Zentrum nicht. Es hängt von uns allen ab“, so der Landrat abschließend.

Weitere Informationen zum Landkreis Neunkirchen finden Sie online unter www.landkreis-neunkirchen.de.