Prägnant und ein Stück Stadtgeschichte
Historie eines Kaufhauses mit Tradition in Neunkirchen
– Teil 2 –
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Das Bild der Ruine des abgebrannten ­Kaufhauses
prägte bis 1951 die Innenstadt
(Archiv Schwenk Bild 134/26a)
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Das Kaufhaus nach dem Wiederaufbau
(Archiv Schwenk Bild 243/31)
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Am 27. Oktober 1951
eröffnete die Neunkircher Kaufhaus GmbH
(Archiv Schwenk 610-2 und 610-3)
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Vorderseite der Einladungskarte zur Eröffnung
(Archiv Schwenk 610-2 und 610-3)
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Das Neunkircher Kaufhaus war immer
der Anziehungspunkt in der Innenstadt
(Archiv Schwenk 265-35)
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Während des Neubaus des Kaufhauses
wurde am Unteren Markt extra
ein neues ­Gebäude für den Verkauf errichtet
(Archiv Schwenk 139-28)
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Vom Stummplatz aus blickte man
auf das Schuhhause Mattil & Beck
und das Neunkircher Kaufhaus
(Archiv Schwenk 431-24)
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Die Verwaltung wurde in Schulbaracken
in der Lutherstraße untergebracht
(Archiv Schwenk 41-27a)
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Großer Andrang bei der Wiedereröffnung
des Neunkircher Kaufhauses am 27. Oktober 1960
(Archiv Schwenk 515-25)
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In den 70er Jahren qualmte noch der Schlot
in Neunkirchen und das PEKA befand sich in seiner Blütezeit
(Foto: Friedbert Müller)
Wie ging es nach 1945 weiter mit dem größten Kaufhaus in Neunkirchen? Ein Haus mit Tradition, das prägend für die Neunkircher Innenstadt war. Dreh- und Angelpunkt der Einkaufswelt in der Kreisstadt. Werfen wir einen Blick zurück.
Am 22. März 1945 brannte es in der Neunkircher Innenstadt, denn freigelassene russische Gefangene setzten das damalige Gebäude der Neunkircher Kaufhaus AG in Brand, einen Tag nach dem Kriegsende in der Kreisstadt. Weithin war der Rauch zu sehen, der aus den Trümmern des einstigen Kaufhauses aufstieg. Zurück blieb eine traurige Ruine, die bis zum Jahr 1951 leer stand. In diesem Jahr wurde das Kaufhaus wieder aufgebaut. Am 27. Oktober 1951 wurde feierlich zur Eröffnung des Kaufhauses durch die Neunkircher Kaufhaus GmbH eingeladen. Neun Jahre später im Jahr 1960 wurde in Neunkirchen der Grundstein für einen Neubau gelegt und schon acht Monate später konnte das neue Haus seiner Bestimmung übergeben werden. Aus dem „NK“, dem Neunkircher Kaufhaus wurde eine ­Filiale der „Kaufhof AG“, allen bekannt als PEKA. Auch während des Neubaus mussten die Neunkircher nicht auf ihr „Neinkerjer Kaufhaus“ verzichten. Auf dem Unteren Markt hinter der Christuskirche wurde in den Jahren 1958/59 ein „Übergangskaufhaus“ gebaut, in dem die Bürger nach wie vor ihre Waren einkaufen konnten. Die Verwaltung wurde in Schulbaracken in der Lutherstraße untergebracht. Mit großem Aufwand wurde schon wenige Zeit später, am 27. Oktober 1960 das NK (Neunkircher Kaufhaus) eröffnet. Kurioserweise fanden beide Eröffnungen an einem 27. Oktober statt. Angebaut war das Kaufhaus an das Gebäude des Schuhhauses Mattil & Beck, das erst viel später abgerissen wurde. Bunte Fahnen wehten auf dem Flachdach. Die Neunkircher, sowie die Menschen aus den umliegenden Orten wie Schiffweiler, Heiligenwald, Ottweiler und Spiesen-Elversberg kauften immer gerne ein im Kaufhaus, denn dort gab es, wie schon damals die Werbung versprach: „Alles unter einem Dach.“ Von der Kleidung für die ganze Familie über Kurzwaren, Schallplatten, Elektrogeräte bis hin zu Taschen und Schmuck, Schuhen, Spielwaren und Stoffen gab es Nichts, was es im Kaufhaus nicht gab. Wenn man etwas benötigte, dann fuhr man in die Stadt und ging ins „PEKA“ (ab April 1968) oder den Kaufhof (1972)“! Die Generationen der 1950er bis 1970er werden sich sicherlich noch daran erinnern, wie man sich als Kinder die Nasen plattdrückte an den wunderschön geschmückten Schaufenstern zur Weihnachtszeit, wenn die beweglichen Figuren eine neue Welt zauberten. Übrigens hat sich der Name bis heute gehalten, die ältere Generation geht immer noch ins „PEKA“. Ob es nun ein neuer Fernseher sein sollte oder die Oma eine neue Nähmaschine benötigte, man bekam alles in dem großen Laden und das auch noch zu relativ günstigen Preisen. Das Neunkircher Kaufhaus war ein Ort für alle, ob Arbeiter oder auch die „bessere“ Gesellschaft. Man fuhr mit der beliebten Straßenbahn oder mit dem Bus in die Stadt oder kam mit dem Zug und lief durch die Bahnhofstraße zum Mittelpunkt der Stadt, dem Kaufhaus. Schon bald wurde der Platz zu klein und man stockte das Gebäude noch einmal auf. Das Kaufhofgebäude wurde quasi um das Gebäude des Schuhhauses Mattil & Beck errichtet und erst in den 80er Jahren wurde dieses Gebäude dann letztendlich abgerissen. Lange Zeit wurde dann der Platz auf dem sich heute der Haupteingang und der Anbau befindet, als Veranstaltungsplatz genutzt. Im Jahr 1989 wurde auf dem Platz, an dem zuvor das Schuhhaus stand ein Anbau und der neue, imposante Haupteingang errichtet. Wenn man es sich bildlich vorstellen möchte, dann wurde die heutige Schmuckabteilung und Wäscheabteilung mit dem neuen Haupteingang erbaut.
Ein Erlebnis war es, wenn man mit der Mutti ins Kaufhaus durfte und wenn man brav war gab es auch ein Eis oder gar im Kaufhaus-Restaurant gar ein Stück Kuchen. Noch heute fährt man im Kaufhof oder wie es richtig heißt, in der Galeria Kaufhof mit den Rolltreppen aus den 50er oder 60er Jahren in die verschiedenen Stockwerke.
Eine spannende Geschichte über das größte Kaufhaus in Neunkirchen. Vielen Dank an den Historischen Verein Neunkirchen e.V. für die Unterstützung bei der Recherche und die Bilder aus dem Archiv von Horst Schwenk.

Fortsetzung folgt
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