Von Waldwichteln und Baumdrachen Teil 4

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Danny fliegt auf dem Rücken
des Baumdrachens Drago zum Fest.
Der Mai ist gekommen – kennt ihr dieses Lied? Es ist auf jeden Fall ein ganz besonderer Monat, der auch in Gedichten und Liedern viel zitiert wird. Es ist auch wieder die Zeit, in der ihr viel draußen spielen könnt – nutzt es bei schönem Wetter aus! Für die Regentage und Abende haben wir wieder einen Teil unserer spannenden Geschichte für euch. Die älteren Teile könnt ihr im Internet unter www.es-heftche.de nachlesen, wenn ihr sie verpasst habt.

„Wer hat dir denn den Unsinn erzählt?!“ lachte der Baumdrache. „Wir speien kein Feuer. Wieso denn auch? Das wäre weder für euch Waldwichtel noch für die Bäume gut. Aber du und dein Freund ihr dürft gerne auf meinem Rücken mit fliegen!“
„Ja?!“ die Augen der beiden Waldwichtel leuchteten vor Freude.
„Yippie“ rief Mù und schwang sich sogleich auf den Rücken.
Da Danny etwas kleiner war, gelang es ihm nicht gleich so hoch zu springen. Da fasste Mù ihn bei der Hand und zog ihn zu sich. Gemeinsam flogen sie dann durch die Lüfte. Dabei erzählte der Baumdrache noch einige schöne Geschichten von den Abenteuern seiner Vorfahren. Die Wichtel erfuhren auch, dass sein Name Drago war.
Später brachte Drago Danny direkt zu seinem Heimatbaum zurück. Dank seiner guten Nase konnte er an dem Geruch des kleinen Waldwichtels erkennen, wie dessen Baum roch und so die Fährte aufnehmen.
Müde und glücklich fiel Danny dann in sein Bett und schlief lächelnd ein. Es gab wirklich Baumdrachen, aber sie waren nicht böse, sondern sehr lieb und freundlich!
Info: Die Waldwichtel auf den Lärchenbäumen, halten wie ihre Bäume Winterschlaf. Und während sie viele Wochen lang schlafen, träumen sie die gleichen Träume wie ihr Heimatbaum. Es ist fast so, als würden alle ins Kino gehen und sich gemeinsam einen Film nach dem anderen anschauen. Und es ist noch niemals vorgekommen, dass ein Waldwichtel aus dem gleichen Stamm etwas anderes geträumt hätte.

Das große Traumflug-Fest
„Und ob!“ betonte Danny und stampfte mit den Füßen auf. „Ich habe einen echten Baumdrachen gesehen und bin sogar mit ihm geflogen. Es sind ganz tolle und vor allem friedliche Geschöpfe.“
„Du hast geträumt!“ riefen alle. „So wie wir alle diesen Winter geträumt haben.“
„Und warum habt ihr dann nicht das gleiche geträumt?!“ stolz stellte sich der Kleine vor den anderen Waldwichteln auf. Noch befanden sie sich alle in der Schlafhöhle, in der sie sich vor einigen Monaten für den Winterschlaf niedergelegt hatten. Nun waren es die anderen, die zuerst nicht wussten, was sie sagen sollten.
„Dann hast du dir das eben vorhin ausgedacht!“ meinte Didi. „Du willst nur eine bessere Geschichte erzählen als ich.“
Plötzlich war von draußen ein Rufen und Schreien zu hören. Kurz darauf zwängte sich ein gewaltiger Kopf durch den Eingang. Es war der eines Baumdrachen.
Stocksteif vor Schreck standen die Waldwichtelkinder da. Nur Danny lief direkt auf das große Maul zu und rief: „Schön dich zu sehen, Drago!“
„Auch schön dich zu sehen, Danny!“ erklärte dieser.
Nun hielt es die Kinder nicht mehr länger auf den Beinen. Sie sanken langsam zu Boden und starrten mal zu dem Baumdrachen und mal zu ihrem Freund. Das geschah alles wirklich und war kein Traum!
„Ich würde dich ja gerne in unsere Höhle bitte“, meinte Danny, „damit dich alle besser kennen lernen können. Aber ich fürchte, sie ist etwas zu klein für dich.“
„Das macht nichts! Außerdem soll ich dich zu Mù mitnehmen. Du bist zu dem großen Traumflugfest eingeladen.“
„Wirklich?!“
„Aber natürlich! Schließlich hast du dabei mitgeholfen, dass mich der Stamm der Amabilis gefunden hat, also darfst du auch an dem Frühlingsfest teilnehmen, das immer nach der Ankunft eines neuen Baumdrachens gefeiert wird.“
„Ich pack nur ein paar Sachen zusammen und komm dann raus!“
Danny drehte sich zu seinen Freunden um. „Naaa?!“ meinte er und grinste dabei über das ganze Gesicht. Alle nickten nur bewundernd, konnten aber immer noch kein Wort heraus bekommen. Schnell packte Danny ein paar Sachen zusammen und lief nach Draußen. Kein anderer Waldwichtel aus seinem Stamm der Decidua war zu sehen. Alle hatten sich vor dem Baumdrachen versteckt.
„Er ist ein Freund!“ erklärte Danny. „Ihr braucht auch keine Angst vor ihm zu haben. Er fliegt mit mir zu dem Stamm der Gold­lärchenwichtel.“
„Dem geheimnisvollen Stamm, nur einige Baumlängen von uns entfernt?!“ so langsam wagte sich ein Waldwichtel nach dem anderen aus seinem Versteck.
„Ja!“ „Dann pass gut auf dich auf!“
„Mach ich!“ Damit sprang Danny auf den Rücken des Baumdrachens. Dieser erhob sich in die Lüfte und flog zusätzlich noch einige Male um den Lärchenbaum herum. Damit ja alle aus dem Stamm den Kleinen sehen und sicher sein konnten, dass ihm keine Gefahr drohte.   
 
Ende des 4. Teils
Fortsetzung folgt
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