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Informationen für Steuerzahler
Tipps von Roswitha Krämer für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer
Roswitha Krämer informiert Sie in unserem Stadtmagazin "es Heftche für Neunkirchen und Umgebung, über Lohnstuer und gibt Ihnen wertvolle Tipps.Die Rentner und das Finanzamt
Alle Renten und Versorgungsbezüge, ob aus der gesetzlichen Rentenversicherung, von der Zusatzversorgungskasse oder aus privaten Rentenversicherungen, werden dem Finanzamt gemeldet. Besteuerungsanteil, Ertragsanteil, persönlicher Rentenfreibetrag – was ist wo in der Anlage R oder der Anlage N der Einkommensteuererklärung einzutragen? Wer nicht eine zu hohe Besteuerung riskieren will, sollte sich umfassend informieren. Seit 2005 regelt das Alterseinkünftegesetz die einkommensteuerrechtliche Behandlung von Alterseinkünften und seit Oktober 2009 müssen die Deutsche Rentenversicherung, die Versorgungswerke, Pensionskassen, Pensionsfonds, private Rentenversicherer sowie Versicherungsgesellschaften ihre Rentenleistungen der Zulagenstelle für Altersvermögen in Berlin melden. Diese leitet die Daten an die zuständigen Finanzämter weiter. Wenn nun das Finanzamt erfährt, dass bereits nach altem Recht hätten Steuern gezahlt werden müssen, kann es auch rückwirkend die Abgabe einer Einkommensteuererklärung verlangen. Doch wann müssen Rentner überhaupt eine Einkommensteuererklärung abgeben? Das Bundesfinanzministerium sagt hierzu: „Ob Senioren eine Steuererklärung abgeben müssen, hängt von der Höhe ihrer steuerpflichtigen Einkünfte ab. Dazu gehören nicht nur Renteneinkünfte, sondern auch weitere Einnahmen, zum Beispiel aus Vermietung und Verpachtung oder Leistungen aus einer betrieblichen Altersversorgung. Eine Erklärung wird auf jeden Fall immer dann fällig, wenn ein Rentner mit seinem gesamten zu versteuernden Einkommen den jährlichen Grundfreibetrag überschreitet.“
Wegen der unterschiedlichen steuerlichen Behandlung der verschiedenen Renten (Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung, beamtenrechtliche Pensionen und Betriebsrenten, Zusatzrenten wie VBL oder ZVK, Rente aus privater Rentenversicherung) muss sehr genau aufgepasst werden, welche Renteneinkünfte in welches Feld des Steuervordrucks einzutragen sind. Laut der deutschen Steuergewerkschaft haben viele Rentner bisher in ihren Erklärungen die Krankenkassenbeiträge nicht abgezogen oder Felder falsch ausgefüllt. Wer seine gesetzliche Rente ins Feld für Betriebsrenten eingetragen habe, sei im ungünstigsten Fall mit bis zum doppelten Satz besteuert worden.Steuermindernd ansetzen können Rentner nicht nur Beiträge zu Krankenkassen, sondern auch Krankheitskosten, Aufwendungen für eine Brille oder Zahnersatz, für haushaltsnahe Dienstleistungen, Handwerkerlöhne und vieles mehr. Aber auch die freiwillige Abgabe einer Einkommensteuererklärung kann durchaus lohnend sein für den Rentner: Wer Einkünfte aus Kapitalvermögen bezieht (zum Beispiel Zinsen vom Sparbuch) und der Bank keinen entsprechenden Freistellungsauftrag erteilt hat, dem werden 25 Prozent Abgeltungssteuer abgezogen. Ist sein individueller Steuersatz niedriger, erstattet ihm das Finanzamt die Differenz bis hin zur Erstattung der kompletten Abgeltungssteuer, wenn das Jahreseinkommen unterhalb des Grundfreibetrages, Sonderausgaben-Pauschbetrages und Sparerpauschbetrages liegt (Wahlveranlagung zum individuellen Steuersatz gemäß Paragraf 32d Absatz 6 EStG).
Spätestens wenn das Finanzamt zur Abgabe einer Steuererklärung auffordert (was auch durch Zusendung der Steuerformulare geschehen kann) ist es an der Zeit, sich selbst intensiv mit der Materie zu befassen oder sich an einen Steuerberater, eine Steuerberaterin oder an einen Lohnsteuerhilfeverein (der ausschließlich Mitglieder berät bei ­Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit, Renten, Versorgungsbezügen, sowie bei Einkünften aus Kapitalvermögen, Vermietung und Verpachtung, sonstigen Einkünften bis insgesamt 13.000 Euro beziehungsweise 26.000 Euro) zu wenden.
Roswitha Krämer