Rollstuhlfahrerin Yvonne unterwegs in unserer Stadt
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Wir testen mit Rollstuhlfahrerin Yvonne Schenk,
wie barrierefrei Neunkirchen ist.
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Für unseren Serienstart haben wir uns
die Stadtmitte vorgenommen.
In unserem Praxistest wollen wir mit Rollstuhlfahrerin Yvonne Schenk durch Neunkirchen und Umgebung fahren, öffentliche Gebäude und Einrichtungen besuchen und feststellen, wie man mit dem Rolli alleine klar kommt. Es ist erstaunlich in wie vielen Bereichen des öffentlichen Lebens man eingeschränkt ist, wenn man nicht auf seinen eigenen Beinen stehen kann.

Zunächst einmal konnten wir feststellen, dass sich in den letzten Jahren sicherlich schon viel in Hinsicht auf Erleichterungen für Behinderte getan hat. In manchen Dingen merkt man allerdings, dass es an der praktischen Umsetzung fehlt. Auf unseren Wegen durch Neunkirchen stellten wir so einiges fest, das man verbessern könnte und vieles, das gut ist.
Bei der Fahrt von der Bahnhofstraße über den Lübbener Platz bemerkten wir, dass der Weg recht gut zu befahren ist, auch die Läden sind gut erreichbar und in den Gängen ist genügend Platz für den Rollstuhl. Schade ist, dass es nur im Saarpark-Center eine Behindertentoilette gibt und nicht auch in den umliegenden Gaststätten, Cafés und Lokalen. Die Lindenallee zu überwinden stellt, zumindest für ungeübte Rollifahrer, eine kleine Herausforderung dar! Der Mittelstreifen, der mit Pflastersteinen bestückt ist, macht etwas Schwierigkeiten bei der Überquerung. Die meisten Läden in der Allee und in der Pasteurstraße sind gut mit dem Rollstuhl anzufahren, einige Gaststätten haben Stufen oder sind sehr eng bestuhlt, da wird es dann schon schwieriger. Ziemlich schwierig zu bewältigen sind Türen, die nach außen zu öffnen sind, da kommt man mit dem Rolli nur schwer zurecht.
In einem großen Geschäft in der Stadtmitte konnten wir keine automatischen Türen finden, das Öffnen der Eingangstüren stellte uns stellenweise vor eine große Aufgabe. Im Innenbereich allerdings waren wir dann sehr zufrieden, das Haus verfügt über einen Aufzug in ausreichender Größe, der allerdings für Ortsunkundige etwas schwierig zu finden ist.
Es gibt in der Stadtmitte ausreichend Behindertenparkplätze, die gut zu erreichen sind. Hilfreich wäre es, wenn man auf dem Stadtplan und/oder der Broschüre über barrierefreie Einrichtungen der Stadt Neunkirchen die Behindertenparkplätze markieren beziehungsweise aufführen könnte.

In den nächsten Ausgaben werden wir weitere Bereiche in Neunkirchen für unsere Mitbürger mit Handicap testen und hier darüber berichten.
ot