Werkraum im Kindergarten Steinbach oft genutzt  
 
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Die Kinder reparieren sogar manches Spielzeug selbst.
Das bestätigen Destiny Brach, 6, Jona Steinbach, 5,
und Dilara Kempf, 6,
die den neuen Werkraum gerne nutzen (v. l.)
Foto: Ralf Hoffmann
Gemeinsam haben die Erzieherin Stephanie Schmitt und Christine Edel, Leiterin des evangelischen Kindergartens in Ottweiler-Steinbach, den Gedanken gefasst und fortentwickelt, einen eigenen Werkraum für die Kinder einzurichten.

Mit tatkräftiger Unterstützung des Schreinermeisters Frank Schäfer, dessen Kind diesen Kindergarten besucht, ging es flott voran. Er stellte Holzwände zur Verfügung, auf der die notwendigen Werkzeuge aufgehängt werden können, und spendete sogar einen dringend gebrauchten, hochwertigen Akku-Schrauber. Schraubenschlüssel, Sägen, Scheren, Bleiwaagen und die Winkel, Nägel und Schrauben in verschiedenen Größen kauften die Erzieherinnen ein. Dieses Zubehör fand an der großen Holzwand seinen Platz. Alles ist in Reichweite der Kinder angebracht. Eine kleine Werkbank steht in der Mitte des abgetrennten Raumes und ist deshalb von allen Seiten zu nutzen. Regale bieten Stauräume für Materialien, mit denen die Kinder zunächst unter Anleitung umgehen. Auf den ersten Blick fällt schon auf, dass in der kleinen Werkstatt Ordnung herrscht. Das hat zwei Gründe. Die gesuchten Werkzeuge werden dadurch immer wieder schnell gefunden und können von den Kindern selbstständig wieder auf ihren Platz geräumt werden. Zudem trägt die Ordnung zur Sicherheit bei. „Ja, wir haben bereits erste eigene Projekte auf den Weg gebracht, Fernrohre für die Piratenfastnacht hergestellt, eine Kiste gebaut und ähnliches mehr“, berichtet Stephanie Schmitt. „Wir unterstützen die Kinder Schritt für Schritt im Kennenlernen der einzelnen Werkzeuge. So können sie sich im Umgang mit Hammer, Zange, Schraubenschlüssel oder Schraubenzieher üben. Sie sollen behutsam an das Thema Werken herangeführt werden.“ Der Erfolg gibt den Erzieherinnen recht. Die Kinder reparieren manches Spielzeug selbst. Das bestätigen Destiny Brach, 6, Jona Steinbach, 5, und Dilara Kempf, 6, die den neuen Werkraum gerne nutzen. Die personelle Aufsicht ist vorhanden. Dennoch wird Hilfe erst dann angeboten, wenn die Kinder danach fragen. Unnötiges Eingreifen entfällt. „Man sollte den Kindern Zeit geben, eigene Ideen zu entwickeln.“ Angedacht ist auch, dass die Kinder eine Art „ Gesellenbrief“ ablegen können, so dass ältere Kinder auch ohne Begleitung den Werkraum nutzen können, oder jüngere Kinder beim Arbeiten unterstützen können. Das Leitmotiv lautet „Erziehung zur Selbständigkeit“, und nicht zuletzt sollen vor allem die Mädchen entsprechend gefördert werden, so dass traditionelle Rollenmuster und überkommende Klischees der Geschichte angehören. Schön wär’s

Nähere Informationen über die Kindergärten in Ottweiler finden Sie im Internet unter www.ottweiler.de in der Rubrik Bildung und Soziales.    
 
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