Wemmetsweiler Eisenheber im Höhenflug
Teilnahme der Deutschen Meisterschaften der Masters gesichert
 
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Jannik Weiten beim entscheidenden
Versuch mit 133 Kg
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Punktbeste Athletin: Saskia Winkmann
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Zurück in der Erfolgsspur:
Der Traditionsclub AC Heros Wemmetsweiler
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Vorsitzender Dieter Keßler und Wettkampfrichter Erich Hoffmann eröffnen das ­Wemmetsweiler Saisonfinale
Nur noch ein einziger Wettkampftag, und die Landesligasaison Rheinland-Pfalz/Saar hätte dem ganz weit vorne platzierten Athletenclub Heros Wemmetsweiler einen hervorragenden Abschluss beschert. Doch auch dem Gewichthebersport im südwestdeutschen Raum macht das Corona-Virus einen dicken Strich durch die Rechnung, so dass die Truppe um Trainer Friedrich Grauberger noch eine unbestimmte Zeitspanne auf den Ausgang der Meisterschaft warten muss.
Mit einem bravourösen Erfolg über die TSG Kaiserslautern wahrte das Team jedenfalls seine Anwartschaft auf den zweiten Platz in der Abschlusstabelle. Als Meister steht jetzt bereits die Kraftsportvereinigung Worms fest. Eigentlich durfte Gegner Kaiserslautern beim Gastauftritt in Wemmetsweiler den Sieg schon in trockenen Tüchern wähnen. 125 Kg hatte Alex Keksel bereits in die Höhe gewuchtet, während sich 130 Kg an diesem denkwürdigen Tag für Kaiserslauterns Besten als zu schwer erwiesen. 154,8 Punkte wies zu diesem Zeitpunkt die Anzeigetafel für Wemmetsweiler aus, während 162,6 Zähler für Kaiserslautern zu buche standen. Damit schien die Angelegenheit entschieden zu sein. Und zwar entschieden zugunsten der rotweiß gekleideten Gäste aus der Westpfalzmetropole.
Jannik Weiten hatte im zweiten Versuch des Stoßens ebenso wie Keksel 125 Kg bewältigt, lag damit nur ein Kilo unter seiner erst kürzlich erzielten Bestleistung. 133 Kg im letzten Versuch des Abends für Weiten errechneten die Wemmetsweiler Betreuer, um das Unmögliche noch möglich zu machen. Ein ­aussichtsloses Unterfangen“, dachte sich deshalb der Großteil der zahlreichen Zuschauer, als Trainer Friedrich Grauberger in großer Entschlossenheit eben jene Last für den dritten und entscheidenden Versuch seines starken Schützlings auf das Sportgerät schieben ließ. Atemlose Stille herrschte nach dem Verstummen der fetzigen Rockmusik, welche die Zeit zwischen den Versuchen unterhaltsam verkürzen soll. Könnte da vielleicht doch noch etwas gehen?
Mit unglaublicher Willenskraft wuchtete Jannik Weiten die 133 Kg schwere Hantel nach oben, tauchte in die tiefe Hocke ein, richtete sich mitsamt der Last erstaunlich zügig wieder auf. Dann, nach einer unendlich lange scheinenden Konzentrationsphase mit der Hantel auf beiden Schultern, folgten die Phase des Schwungholens aus den Beinen und in weiterer Folge ein energischer Überstoß in Richtung Hallendecke. Die Arme jetzt durchgestreckt, das vorsichtige Aufrichten aus dem Ausfallschritt bis hin in die vorgeschriebene Parallelstellung, ein leichtes Wackeln und zwei, drei balancierende Tippelschritte, begleitet von mittlerweile ohrenbetäubenden Anfeuerungsrufen eines zuvor noch wankelmütigen Publikums. Geschafft, die Halle tobt! Jannik Weiten, ein „Heros“, ein wahrer Held!
162,8 zu 162,6 Punkte lautete das denkbar knappe Endergebnis. Dazu eine Dramatik, wie man sie hier schon lange nicht mehr erlebt hat. Und mittendrin, als „Zünglein an der Waage“, Jannik Weiten, der einer insgesamt sehr guten Teamleistung quasi die Krone aufsetzte. Denn neben dem Matchwinner (relativ 42,2 Punkte, Reißen 95 Kg) glänzten Saskia Winkmann mit einer relativen Bestleistung von 48 Punkten (Reißen 49 und persönlicher Rekord im Stoßen mit 65 Kg), Routinier Jakob Bengart mit 43,2 Zählern bei ausnahmslos gültigen Versuchen (98 und 120 Kg) sowie Julian Krug mit 29,4 Punkten (85 Kg im Reißen und Bestleistung mit 116 Kg im Stoßen).
„Der Sieg hatte neben den vielen sprichwörtlichen Vätern sogar noch eine „Mutter des Erfolgs“ aufzuweisen. Als relativ Beste konnte Veranstaltungssprecher Dieter Keßler nämlich beim Schlussantritt der beiden Teams den Namen der Lokalmatadorin Saskia Winkmann bekanntgeben. Und noch ein Highlight hatte der euphorisierte Vorsitzende zu verkünden. Außer Konkurrenz hatten Vera Loch (Reißen 38 und Stoßen 48 Kg) sowie Sven Mieger (55 und 72 Kg) teilgenommen und sich dabei gemeinsam mit Saskia Winkmann und Jannik Weiten endgültig die Fahrkarten zu den Deutschen Meisterschaften der Masters gesichert.
 
Bericht Erich Hoffmann,
Fotoquelle Verein