Auf Augenhöhe – Gesichter der Armut
Fotoausstellung im Quartiertreff Neunkirchen eröffnet
 
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Fotograf Pasquale D´Angiolillo
präsentierte seine Bilder
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Albena Olenik (links) vom Quartiertreff Neunkirchen mit dem Moderator des Abends Norbert Klein und der Neunkircher Bürgermeisterin Lisa Kühn (rechts) freuten sich auf einen spannenden Abend
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Norbert Klein begrüßte die Gäste
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Die Neunkircher Bürgermeisterin Lisa Kühn sprach über die Armutssituation in ihrer Stadt
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Wolfgang Edinger von der Saarländischen
Armutskonferenz über die Fotoausstellung
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Norbert Klein interviewte
die drei Projektteilnehmer
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Die Person auf diesem Bild
hat sich sicher zurückgezogen
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Für diesen Mann war das Arbeitsamt Alltag
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Diese Person hat eine neue Arbeit gefunden
Mitte März 2020 wurde im Quartiertreff Neunkirchen im Rahmen einer Vernissage die Fotoausstellung Auf Augenhöhe – Gesichter der Armut eröffnet. Mit diesem spannenden Projekt des Fotographen und Journalisten Pasquale D‘Angiolillo ist es zweifelsohne gelungen, auf Probleme und Missstände der Menschen aufmerksam zu machen und die Armut als Teil unserer Gesellschaft zu erkennen und auf sie aufmerksam zu machen.
Armut und Not – Zwei Begriffe, die im Leben jeden Menschen treffen können. Durch persönliche und gesellschaftliche Probleme gerät ein Mensch ins Abseits, verliert seine Arbeit, seine Wohnung und die Grundlage zum Leben. Die meisten dieser Menschen ziehen sich zurück und fühlen sich von der Gesellschaft weder integriert noch akzeptiert. Dass auch arme Menschen ein Teil unserer Gesellschaft sind und gleichwertig mit anderen Menschen sind, denen man auf Augenhöhe begegnen muss, war ein wichtiger Grundgedanke des Fotographen Pasquale D‘Angiolillo, der zu seiner Fotoausstellung Auf Augenhöhe – Gesichter der Armut führte. In Kooperation mit der Arbeitskammer Saarland und der Saarländischen Armutskonferenz sichtete der Künstler zwei Jahre lang innerhalb des Saarlandes arme Menschen, die sich für dieses Fotoprojekt zur Verfügung stellten. Mit 15 Personen sollte das Projekt dann stattfinden. Zwei Jahre lang reflektierte er mit den Beteiligten ihre Lebenssituation, besprach mit ihnen Motive und wählte Fotos aus. Die Ergebnisse dieser intensiven Zusammenarbeit wurden Mitte März 2020 im Rahmen einer Vernissage im Quartiertreff in Neunkirchen vorgestellt. Die Veranstaltung versprach von Anfang an etwas Besonderes zu werden, denn konzipiert war sie wie eine Fernsehtalkshow, die vom ehemaligen Chefredakteur des Saarländischen Rundfunks Norbert Klein moderiert wurde. Zu Beginn begrüßte er die Gäste und ging auf die Armut in unserer Gesellschaft als Kernthema des Abends ein. Ebenfalls erläuterte Norbert Klein die Idee von Pasquale D‘Angiolillo, armen und hilfebedürftigen Menschen eine Plattform zu geben, um auf sich aufmerksam zu machen und damit diese Menschen als Teil unserer Gesellschaft zu betrachten. Im Anschluss daran übergab Norbert Klein das Wort an die Bürgermeisterin der Stadt Neunkirchen Lisa Kühn (SPD), die, nachdem sie zu Jahresbeginn das Amt des Bürgermeisters übernommen hat, schon ganz konkret zum Thema Armut in Neunkirchen Stellung beziehen konnte. Es sei ihr ein persönliches Anliegen, die Armut in Neunkirchen zu bekämpfen und gegen den Problembereich in ihrer Stadt vorzugehen, um die Armut in Neunkirchen zu lindern. Nach Abschluss ihres zehnminütigen Grußwortes, für das Lisa Kühn viel Applaus erntete, ging das Wort an Wolfgang Edinger von der Saarländischen Armutskonferenz über. Der ehemalige Sozialarbeiter stellte seine für die Gesellschaft wichtige Arbeit vor und das stete Bestreben seiner Organisation, die Politik auf die herrschende Armut und die diesbezüglich herrschenden und stellenweise entwürdigenden Missstände in den Ämtern aufmerksam zu machen. Nach den Grußworten wurde die Talkrunde eröffnet. Als Talkgäste wurden drei Teilnehmer des Projekts eingeladen. Unter der Moderation von Norbert Klein erzählten sie mutig und freiwillig von ihrem Weg in die Armut. Unsicherheit, Unverständnis und Gewalt spielten bei allen drei Personen eine wichtige und bedeutende Rolle. Das führte bei allen zu einem Rückzug und einer gesellschaftlichen Ausgrenzung. Alle drei sahen im Fotoprojekt von Pasquale D‘Agiolillo aber einstimmig für sich eine Anerkennung und eine Aufwertung ihrer Person. Denn in diesem Projekt haben sie wieder Mut und Zuversicht gefunden, was zum Teil auch dazu führte, dass sie wieder einer kleinen Arbeit nachgehen können. Für Pasquale D‘Angiolillo war die Bewertung seines Projekts ohne Zweifel: Er konnte gesellschaftliche Probleme beleuchten und armen und hilfesuchenden Menschen eine gute Möglichkeit geben, zu sich zu stehen und sich nicht mehr zu verstecken. Denn so wurden dem Menschen wieder neuer Lebensmut und Zuversicht gegeben. Abschließend bewertete D‘Angiolillo dieses Fotoprojekt als das gesellschaftlich wichtigste, was er je realisieren konnte. Damit endete die interessante und eindrucksstarke Talkrunde, die vom Gitarristen Wolfgang Winkler musikalisch umrahmt wurde. Nach viel Applaus konnten die Bilder von den Besuchern bei einem Rundgang genauer betrachtet und bewundert werden. Jedes Bild war zweigeteilt: Neben einem Portraitfoto auf der einen Hälfte wurde auf der anderen Hälfte eine Lebenssituation des Teilnehmers dargestellt. So ist es dem Künstler gelungen, den Besuchern ein besseres und tiefgründiges Bild über die abgebildete Person zu geben. Abschließend lässt sich zu dieser Ausstellung festhalten, dass es Pasquale D‘Angiolillo gelungen ist, die Armut für die Gesellschaft sichtbar zu machen und einen wichtigen Teil dazu beizutragen, dass sich Arme und hilfebedürftige Menschen von für sie schlimmen Lebenssituationen nicht unterkriegen lassen.
Weitere Infos zur Ausstellung Auf Augenhöhe – Gesichter der Armut finden Sie unter www.arbeitskammer.de/aktuelles/ausstellungen/ausstellung-auf-augenhoehe-gesichter-der-armut.
fs