Moderne begegnet Vergangenheit
Zwei Ausstellungen in der Neunkircher Galerie
 
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Vielfältig sind die Motive und Exponate
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Real, Surreal und berührend,
wie diese Installation
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Die Künstlerin Stefanie Gerhard (Mitte), flankiert
von der Kuratorin Nicole Nix-Hauck (rechts)
und Co Kuratorin Beate Kolodziej (links)
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Arbeiten von Stefanie Gerhard
regen zum Denken an
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Himmelwärts geht es anscheinend
in die unendliche Weite
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Jedes Ausstellungsstück erzählt eine andere Geschichte
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Die Werke von Fritz Arnold sind fesselnd
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Auch absolut sehenswert ist die Sonderausstellung
auf der Empore der Galerie
Eine neue Ausstellung und gleichzeitig eine Sonderpräsentation gibt es in den Räumen der städtischen Galerie im Kult-Kulturzentrum zu sehen und zu bestaunen. Zum einen wird bis zum 20. Februar 2022 die Ausstellung „Kopfüber Himmelwärts“ der Freiburger Künstlerin Stefanie Gerhard gezeigt und gleichzeitig eine Sonderpräsentation Neunkircher Künstlers Fritz Arnold zu dessen 100. Todestag.

Zu Beginn der Eröffnung begrüßte der Leiter der Neunkircher Kulturgesellschaft, Markus Müller die anwesenden Gäste. Er sagte unter anderem, dass der Titel der Ausstellung so wie ein Leitmotiv für den Weg von Kunst und Kultur in diesen Corona-Zeiten klinge. Diesem Weg als Berg- und Tal Bahn zwischen Öffnungen und Schließungen, wandelnden Bestimmungen und Verordnungen. Einem Weg zwischen Verunsicherung und geboostertem Neubeginn und wieder zurück, einfach „Kopfüber Himmelwärts“. Dabei ist der Vergleich gar nicht weit hergeholt, wie Müller sagte. Er drückte dies so aus: „Es sind die Zustände des Übergangs, welche die Freiburger Künstlerin herausarbeitet. In unterschiedlichen Formen - Gemälden, Aquarellen, Skulpturen, Videoarbeiten und Installationen - begibt die Künstlerin immer wieder auf Spurensuche nach den flüchtigen und schwer zu fassenden Momenten der Existenz. In der aktuellen Ausstellung werden über 35 Werke der letzten zehn Jahre präsentiert, die die große Vielfalt der Künstlerin abbilden“, so Müller weiter.
Es ist „Eine Reise jeweils der Realität“ wie es die Kuratorin der Ausstellung Nicole Nix-Hauck in ihrem Grußwort so treffend formulierte. Und weiter führte die Kuratorin folgendes aus: „In ihren Gemälden konfrontiert die Künstlerin uns oftmals mit surreal anmutenden Situationen, die einen atmosphärischen Sog ausüben, teils sprühen ihre Arbeiten vor kraftvoller Farbigkeit, teils sind sie von fragiler Zartheit. Bei einigen legt Stefanie Gerhardt einen nebelartigen Schleier über die Motive, als wolle sie das Gemalte wieder verschwinden und ungreifbar werden lassen. Und auch auf ihren jüngsten Bildern lassen sich die Motive nicht fassen, geben gar Rätsel auf, wenn sie unwirkliche Landschaften zeigen und den Blick in den Himmel, ins scheinbar Unendliche öffnen. In der Ausstellung werden über 35 Werke der letzten zehn Jahre präsentiert, die die große Vielfalt der Künstlerin abbilden. Neben den Gemälden - eine Besonderheit von Stefanie Gerhardt ist es, mit Ölfarbe auf Aluminium zu malen - sind Videoarbeiten, Skulpturen sowie Rauminstallationen zu sehen. Auf jeden Fall ist diese Werkschau der 1974 geborenen Freiburgerin sehr sehenswert und regt zum Schauen, betrachten und zum Denken an. Zu sehen ist die Ausstellung von nun an bis zum 20. Februar 2020. Am Sonntag den 23. Januar 2020 um 15.00 Uhr wird der Ausstellungskatalog „Stefanie Gerhardt. kopfüber himmelwärts“, mit einem Vorwort von Nicole Nix-Hauck und einem Text von Beate Kolodziej in den Räumen des Kult vorgestellt. Führungen durch die Ausstellung wird es an folgenden Tagen geben. Am Sonntag, 2. Januar 2022 um 15 Uhr mit Dr. Ulrike Bock, am Donnerstag, 13. Januar 2022 um 17 Uhr mit Co-Kuratorin Beate Kolodziej, am Donnerstag, 10. Februar 2022 um 17 Uhr mit Kuratorin Nicole Nix-Hauck Sonntag und am 20. Februar 2022 um 15 Uhr mit Dr. Ulrike Bock. Sonst ist die Ausstellung zu den üblichen Öffnungszeiten der städtischen Galerie im Kult zu sehen.
Ebenso die Sonderpräsentation Fritz Arnold. Zum 100. Todestag.
Geboren 1883 in Neunkirchen, zählt der Maler und Grafiker Fritz Arnold zu den bemerkenswertesten Künstlerpersönlichkeiten der Moderne, die das Saarland hervorgebracht hat. War er im Hauptberuf als Maschinen Steiger auf saarländischen Gruben tätig, so schuf er als Autodidakt zwischen 1917 und 1920 eine Reihe einzigartiger Federzeichnungen als Anklage gegen Krieg, Gewalt und soziale Ungerechtigkeit. Fritz Arnold verstarb früh mit nur 38 Jahren am 25. Oktober 1921 und geriet für lange Zeit in Vergessenheit, ehe er von dem Kunsthistoriker Wolfgang Kermer wiederentdeckt wurde, der seine Arbeiten 2010 der Städtischen Galerie Neunkirchen als Schenkung übergab, wo sie erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt wurden. Auch hier wird es Führungen geben und zwar am Sonntag, 2. Januar 2022, 16.00 Uhr; Donnerstag, 20. Januar 2022, 17.00 Uhr; Donnerstag, 10. Februar 2022, 18.00 Uhr; Sonntag, 20. Februar 2022, 16.00 Uhr.

Für die Teilnahme an den Führungen wird um Anmeldung online auf www.staedtische-galerie-neunkirchen.de oder telefonisch unter 06821 202-561 oder 480 gebeten. Es gelten die aktuellen Corona-Regelungen. Informationen hierzu auf der Website. Öffnungszeiten während der Ausstellung Mi-Fr 10-18 Uhr I Sa 10-17 Uhr | So und Feiertage 14-18 Uhr | 24., 25., und 31. Dezember sowie 1. Januar 2022 geschlossen.
rs